Kirchen

Pfarrkirche St. Emmeram

Die Pfarrkirche St. Emmeram wurde 1931 von Regierungsbaumeister Lochbrunner entworfen und 1937 nach den Plänen des Architekten Eugen Dreisch erweitert. 1968 wurden Altar, Ambo und Tabernakel von Karl Potzler neu geschaffen. In den Jahren 1983/84 wurde eine umfangreiche Innenrenovierung der Kirche vorgenommen. In dieser Zeit schuf Peter Burkhart das Fresco im Altarraum.

Eine Übersicht über die Gottesdienste in
St. Emmeram finden Sie hier
.

Über unseren Kirchenpatron St. Emmeram:

Das ursprüngliche Name „Haimrham“ stammt aus dem Althochdeutschen und ist eine Verbindung der Begriffe „Heim / Dorf / Flecken“ und „Rabe“. Der heilige Emmeram war ein Bischof aus dem westfränkischen Reich. Er wurde in der 1. Hälfte des 8. Jahrhunderts von einem Agilolfinger-Herzog nach Regensburg berufen. In Kleinhelfendorf bei Aying erlitt er der Überlieferung nach auf Grund einer falschen Anschuldigung das Martyrium und wurde in der Kirche des hl. Georg in Regensburg beigesetzt. Das Todesjahr ist unsicher (zwischen 652 und 716). Über seinem Grab entstand die Benediktiner-Abtei St.-Emmeram. Dargestellt wird er in bischöflichen Gewändern mit einem Buch und einer Palme, dem Zeichen der Märtyrer. Er ist Patron des Bistums Regensburg. Gefeiert wird sein Fest am 22. September.

St. Nikolaus (Englschalking)

Die Englschalkinger Kirche St. Nikolaus an der Flaschenträgerstraße stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde im 17. Jh. barockisiert.  Die teils gotische, teils barocke Ausstattung ist sehenswert.
Geöffnet ist sie zur hl. Messe jeden Donnerstag um 18.30 Uhr.

Philippus und Jakobus (Daglfing)

In Daglfing steht die barocke Dorfkirche, die den heiligen Aposteln Philippus und Jakobus geweiht ist.
Zur Zeit ist das Gotteshaus wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.

Historie der Kirche Sankt Emmeram

Die Pfarrkirche St. Emmeram befindet sich im Nordosten der Landeshauptstadt München im Ortsteil Englschalking. Die Eingemeindung der Dörfer Englschalking und Daglfing erforderte auch eine Neuorganisation der Pfarrstrukturen in diesem Gebiet. Am 1. März 1930 wurden die beiden Filialen von der Pfarrei St. Lorenz in Oberföhring und die Filiale Denning von der Pfarrei St. Georg in Bogenhausen abgetrennt und die neue Kuratie München-Englschalking-Denning gebildet. Als Patron erhielt der neue Seelsorgsbezirk den heiligen Bischof Emmeram zugeteilt, der mit der Gegend bereits durch die alte Gedenkkapelle am der Isar bei Oberföhring besonders verbunden war. Mit dem Aufbau wurde der aus Haidhausen stammende Friedrich Jakob beauftragt, der in Oberföhring bereits als Kaplan tätig war.

1931 wurde nach einem Plan von Regierungsbaumeister Lochbrunner mit dem Bau der neuen St. Emmeramskirche begonnen und ohne das südliche Kirchenschiff und den Turm bis 1932 fertiggestellt.

An der Ostseite der Kirche befindet sich im Altarraum ein Relief von Georg Mattes (1874 - 1942), Professor für Bildhauerei an der Münchner Kunstakademie, der in einigen Münchner Kirchen seine Spuren hinterlassen hat.

Das Relief zeigt nach dem traditionellen Motiv des „Gnadenstuhls“ die Dreifaltigkeit Gottes: Gott-Vater hält das Kreuz, an dem Jesus, der Gottessohn hängt; die beiden verbindet die Liebe des Heiligen Geistes Gottes, der in der traditionellen Gestalt einer Taube aufscheint. Das Trinitätsrelief war zur Zeit der Erbauung der Kirche von den beiden Heiligenfiguren flankiert, die heute an der Nord- (Hl. Korbinian) bzw. Südwand (Hl. Emmeram) des Altarbereichs angebracht sind. Das Relief und die Figuren wurden vom Künstler zunächst in Ton geformt und dann in Englisch-Zement aus gegossen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Schutzmantelmadonna von Leopold Hahn aufgestellt sowie ein Bild des Kunstmalers Franz-Xaver Wieninger angebracht, das den Hl. Laurentius (Patron der Mutterpfarrei) zeigt.

1937 hat man die für die rasch wachsende Bevölkerung zu klein gewordene Kirche nach Plänen von Architekt Eugen Dreisch um den charakteristischen Turm und das südliche Kirchenschiff erweitert.

Im Rahmen einer Krichenrenovierung wurde nach dem Zweiten Vatikanischen Konziel der Altarraum neu gestaltet; die Figuren des Heiligen Korbinian und Hl. Emmeram wurden an die Nord- bzw. Südseite des Altarraums versetzt. Die Ostwand erhielt ein Fresko des Münchner Malers Peter Burkart, das die Symbole der viere Evangelisten zeigt.

1951 konnten drei zur Waffenproduktion im Zweiten Weltkrieg eingezogene Glocken nachgegossen werden; im Nordwesteck der Kirche wurde ein von XY. Fritz gestalteter Gedenkstein für die gefallenen Soldaten angebracht, der die Heilgen Georg, Sebastian und Mauritius („Soldatenpatrone“) zeigt. A. Span schuf eine Antoniusfigur.

1968 wurde der Altarraum entsprechend der liturgischen Neuausrichtung durch die Reform des Zweiten Vatikanischen Konzils neu gestaltet. Man entfernte den bisherigen Hauptaltar und die Kanzel. Der Englschalkinger Bildhauer Karl Potzler schuf den Altar, den Ambo und den Tabernakel aus rotem Tridentiner Marmor. In der Nordwestecken der Kirche wurde ein Taufstein aus weißem Marmor aufgestellt; die Figur des Hl. Johannes stammt ebenfalls von Potzler, der auch die Federzeichnungen der Stationen des Kreuzweges anfertigte.

Über das Kunstreferat erhielt die Kirche ein Kreuzbild mit den Heiligen Bernardin von Siena und Antonius von Padua, das wahrscheinlich aus der ehemaligen, 1803 abgerissenen Franziskanerkirche stammt, die an der Stelle des heutigen Nationaltheaters stand. 1968 wurde der neue Alter geweiht.

Unter Pfarrer Josef Schranner wurde die Kirche ab 1979 einer eingehenden Innenrenovierung unterzogen. Peter Burghart gestaltete den Kirchenraum farblich neu; der Gnadenstuhl wurde nun in hellem Silberweiß gefasst und die Heiligenfiguren an die Seitenwände versetzt. Die Ostwand erhielt ein in zarten Pastelltönen gehaltenes Fresco, das die Symbole der vier Evangelisten zeigt.

1983 wurde die Pfarrkirche erneut renoviert, 1987 die Außenfassaden farblich neu gefasst.