Kirchenmusik

Konzert mit Aktuellen Werken von Karl Jenkins

Samstag, 24. Oktober, 19 Uhr in St. Emmeram

Konzert mit „Miserere“ und „Te Deum“ von Karl Jenkins

Etwa ein Drittel der Emmeramer Chorsänger wirkte bei der US-Erstaufführung des Miserere von Karl Jenkins mit und daher werden wir das brandneue Werk von 2019 auch in unserer Heimatkirche zur Aufführung bringen. Zum Redaktionsschluss gilt das Konzert übrigens als die erste deutsche Gesamtaufführung!

Das „Miserere: Songs of Mercy and Redemption“ (Gesänge von Gnade und Erlösung) ist eine Komposition aus dem Jahr 2019 und erhielt seine erste teilweise Aufführung am 13. Oktober 2019 in der Royal Albert Hall in London. Die erste vollständige Aufführung fand am 29. November 2019 in St Luke‘s in Grayshott, United Kingdom statt. Dabei wurde auch die offizielle Aufnahme erstellt, die auf CD und bei den Streaming-Diensten erhältlich ist. Der Text des Miserere ist dem 51. Psalm entnommen und wurde durch die Komposition von Gregorio Allegri im 17. Jahrhundert bekannt. Auch weitere Komponisten wie Josquin des Prez, G. Verdi, M. Górecki und der estnische Komponist Arvo Pärt haben den Text über die Jahrhunderte vertont.

Jenkins erweitert den Psalmtext durch weitere Teile, wie den Hymnen „Ubi caritas“, „When I survey the wondrous cross“, „Panis angelicus“, „Locus iste“, „Every morning when I wake“. Einzelne Psalmpassagen werden auch in hebräisch, arabisch und aramäisch gesungen und auch Zitate aus Psalm 150 und Texte von Carol Barrat finden Eingang in das Werk.
Der Kirchenchor mit fast 60 Mitgliedern und der Gospelchor mit über 30 Mitgliedern haben mit Jenkinskompositionen schon reichlich Erfahrungen gesammelt. 

Dem eher besinnlich gestalteten „Miserere“ wollen wir das „Te Deum“ von Jenkins, eine kürzere festliche Komposition  mit Trompeten und viel Schlagwerk folgen lassen.

Genauere Angaben zur Besetzung, wie beispielweise die Solobesetzung erfahren Sie Sommerpfarrbrief. Jetzt steht aber schon fest, dass der Kirchenchor und der Gospelchor „Emmeram Singers“, das Regensburger Kammerorchester, zusammen mit Bläsern und Schlagzeugern aus Münchener Orchestern unter der Leitung von Armin Jäck das Konzert gestalten werden.

Karten für dieses Konzert können Sie an der Abendkasse und ab Mitte September im Vorverkauf bei Haushaltswaren Mächtlinger, Ecke Ostpreußenstr. - Dirschauer Str. und Schreibwaren Kapl-Artmann in der Freischützstr. 17 erwerben.

 

Rückblick auf das Konzert 2019

Eine Münchener Erstaufführung

Am Samstag, 16. November 2019 fand in St. Emmeram
ein besonderes Konzert für Solo, Chor und Orchester
mit dem Chor und den Emmeram Singers statt.

Die Werke:

Edvard Grieg: „Zwei Melodien“ op. 53

Karl Jenkins: Stella Natalis

 

"Volle Kirche, frenetischer und nicht enden-wollender Applaus - was wünscht man sich als Sänger und Musiker mehr"

 

Als Hauptwerk kam das neue quasi „weltumspannende" Weihnachtsoratorium Stella natalis von Karl Jenkins zur Aufführung, das als Erstaufführung in München zu hören war. Daher erhielt es auch vom Kulturreferat der Stadt München eine Sonderförderung.

Kirchenmusikalische Werke des bekanntesten Erfolgskomponisten unserer Tage waren in St. Emmeram schon in den Jahren 2010 mit dem „Requiem“, 2013 mit dem „Stabat mater“ und 2016 mit der „Mass for peace“ zu hören. Die Chöre von St. Emmeram unter der Leitung von Kirchenmusiker Armin Jäck sind somit mit der Darstellung der persönlichen Tonsprache des Komponisten Karl Jenkins bestens vertraut. Es bleibt noch zu erwähnen, dass die Chorsänger*innen von St. Emmeram die Einladung erhielten, am 20. Januar 2020 bei der US-Erstaufführung seines brandneuen „Miserere“ in der Carnegie Hall in New York mitzusingen. Nun war also eine Gruppe von 29 Sänger*innen aus den Chören von St. Emmeram in der weltberühmten Konzerthalle und hat zusammen mit weiteren über 200 Chorsängern*innen aus der ganzen Welt das Werk unter der Leitung von Dr. Jonathan Griffith zur Aufführung gebracht.

 „Stella natalis“ ist eine Komposition in 12 Sätzen mit Worten aus den Psalmen bis hin zu neuen Texten von Carol Barratt. Aspekte der Weihnachtsbotschaft finden darin eine überaus raffinierte und farbenreiche musikalische Darstellung. Der Winter, das schlafende Kind, die Botschaft des Friedens, Thanksgiving/Danksagung und die „Christmastide“, als die Weihnachtszeit zwischen 25. Dezember und Epiphanias am 6. Januar erstrahlen als musikalische Bilder. Das Anliegen des Werks ist eine Weihnachtsbotschaft in besonders aktueller Form mit Betonung theologischer Gemeinsamkeiten der Hochreligionen verbunden mit der Hoffnung auf gemeinsamen Frieden.

Musikalisch schöpft Jenkins aus der vollen Bandbreite von klassischen Kompositionstechniken bis zu modernen Stilelementen, wie sie oft auch im Jazz und in der Filmmusik zu finden sind. Die Chorpartien sind äußerst farbenreich gestaltet und bieten neue und überaus interessante Höreindrücke, seien es jazzig inspirierte Rhythmen oder Gesangspraktiken aus dem Ethnobereich.

Instrumental besetzt ist das Werk mit einem anspruchsvollen Solotrompetenpart, Streichorchester, Percussion mit drei Schlagzeugern, Celesta, Konzertflügel und großer Orgel. In diesem Konzert ließ der musikalische Leiter alle Instrumente in ihrer natürlichen Form und nicht als elektronische Imitate zum Einsatz kommen. Eine original Schiedmayer Celesta von der Orgelbaufirma Kaps und ein Steingraeber & Söhne Konzertflügel vom Klavierhaus Kontrapunkt wurden hierfür eigens ausgeliehen. Die Sonderförderung des Kulturreferats der Stadt München trug schließlich entscheidend dazu bei, dies zu ermöglichen.

Zur Einstimmung auf das Konzert spielte das Regensburger Kammerorchester, das auch im „Stella natalis“ den Streichorchesterpart übernahm, die romantischen Orchesterstücke „Zwei Melodien“ op. 53 von Edvard Grieg.

Danach gab Susanne Jäck eine kurze Werkeinführung.

Als Solistin für diesen Abend konnte Monika Lichtenegger gewonnen werden und den Part der Solotrompete übernahm Egon Zinkl. Der Kirchenchor und der Gospelchor von St. Emmeram bildeten mit etwa 80 Sänger*innen den gemeinsamen Chor. Die musikalische und organisatorische Leitung lag bei Armin Jäck, der seit über 30 Jahren als Kirchenmusiker in St. Emmeram tätig ist und dabei ein überaus breites kirchenmusikalisches Feld abdeckt.

Die Kirche war restlos ausverkauft und die Reaktion der Zuhörer gipfelte in frenetischem und nicht enden-wollendem Applaus.